Was ist eine Naturseife?
Für Kosmetik gibt es in der EU keine gesetzliche Definition von „natürlich“. Gemeint ist meist eine Seife aus Pflanzenölen mit wenigen, nachvollziehbaren Inhaltsstoffen und ohne synthetische Tenside. Ob ein Produkt diesem Anspruch gerecht wird, zeigt die Inhaltsstoffliste, nicht die Vorderseite der Verpackung.
Die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 definiert „natürlich“ nicht. Werbeaussagen müssen trotzdem wahr, belegbar und nicht irreführend sein (Verordnung (EU) Nr. 655/2013). Eine Seife, die als Naturseife verkauft wird, sollte das Wort also begründen können.
Zwei Bezugspunkte helfen bei der Einordnung:
- ISO 16128 beschreibt, wie der Anteil natürlicher und natürlich gewonnener Inhaltsstoffe einer Rezeptur berechnet wird. Das ist eine Rechenhilfe, kein Siegel und keine Zertifizierung.
- Private Standards wie COSMOS oder NATRUE legen eigene Regeln für Natur- und Biokosmetik fest und zertifizieren Produkte, die sie erfüllen.
Ohne beides beschreibt „Naturseife“ ein Konzept, keinen geprüften Standard. Das ist kein Makel – es lohnt sich nur, das Etikett genauer anzusehen.



