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Journal · Private Label · 3 Min. Lesezeit

Was sind Private-Label-Produkte? Ablauf, Kosten und Pflichten bei Kosmetik

Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt mit eigenem Etikett: die Schritte, Kostenblöcke und Pflichten, die Sie vorab kennen sollten.

Kurz gesagt

Private Label bedeutet: Ein Hersteller fertigt das Produkt, Sie verkaufen es unter Ihrer Marke.

Zu den Kosten zählen Rezeptur, Unterlagen, Verpackung, Produktion und Logistik, nicht nur der Stückpreis.

Wer unter eigener Marke verkauft, kann nach EU-Recht zur verantwortlichen Person werden.

Was bedeutet Private Label bei Kosmetik?

Ein Hersteller fertigt kosmetische Mittel, die Sie unter Ihrer eigenen Marke verkaufen. Sie entscheiden über Name, Gestaltung und Sortiment; die Rezeptur stammt aus dem Portfolio des Herstellers oder wird für Sie angepasst.

Davon zu unterscheiden ist die Lohnherstellung einer vollständig neuen, eigenen Rezeptur. Dieser Weg ist aufwendiger, weil Entwicklung, Stabilitätstests und Sicherheitsbewertung von vorn beginnen.

Wie läuft ein Private-Label-Projekt ab?

In fünf Schritten: Briefing, Rezeptur und Muster, Verpackung und Etikett, Sicherheitsbewertung mit CPNP-Meldung sowie Produktion und Lieferung. Jeder Schritt endet mit Ihrer Freigabe.

  1. Briefing: Zielgruppe, Produktarten, Preisrahmen, Mengen und Vertriebskanäle.
  2. Rezeptur und Muster: Auswahl oder Anpassung, Test, Freigabe.
  3. Verpackung und Etikett: Behälter, Gestaltung, Pflichtangaben nach Artikel 19.
  4. Sicherheitsbewertung und Meldung: Sicherheitsbericht durch eine qualifizierte Fachperson, Produktinformationsdatei, CPNP-Meldung vor dem Verkauf.
  5. Produktion und Lieferung: Herstellung, Qualitätskontrolle, Versand.

Rechtsgrundlage: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 (EUR-Lex).

Welche Kosten entstehen bei Private-Label-Kosmetik?

Es gibt einmalige Kosten wie Rezepturanpassung, Muster, Sicherheitsbewertung und Etikettengestaltung sowie laufende Kosten wie Produktion, Verpackung und Versand je Stück. Ihre Höhe hängt vor allem von Menge, Verpackung und Rezeptur ab.

KostenblockArtAbhängig von
Rezeptur und Mustereinmaligbestehende Rezeptur oder Anpassung
Sicherheitsbericht, Produktinformationsdateieinmalig je RezepturAnzahl der Produkte und Varianten
Etiketten- und VerpackungsdesigneinmaligUmfang, Agentur oder eigene Gestaltung
Verpackung (Flaschen, Tiegel, Kartons)je StückMaterial, Standard oder individuell, Menge
Produktion und Abfüllungje StückRezeptur, Füllmenge, Chargengröße
Versand und LagerunglaufendMenge, Bestimmungsort, Lieferbedingungen
MarkeneintragungeinmaligRegister und Anzahl der Klassen

Wer ist bei Private Label die verantwortliche Person?

Wer ein kosmetisches Mittel unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, ist nach Artikel 4 Absatz 6 der EU-Kosmetikverordnung die verantwortliche Person. Dazu zählen auch Händler mit eigener Marke.

Die verantwortliche Person muss sicherstellen, dass Sicherheitsbericht, Produktinformationsdatei und CPNP-Meldung vorliegen und das Produkt der Verordnung entspricht. Aufgaben können per schriftlichem Mandat übertragen werden; vereinbaren Sie daher im Vertrag, wer was übernimmt. Quelle: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 (EUR-Lex).

Was brauche ich für meine eigene Kosmetikmarke?

Einen Markennamen, der nicht mit bestehenden Marken kollidiert und eingetragen ist, bevor Etiketten gedruckt werden. Kosmetik fällt unter Nizza-Klasse 3.

Markenrecherchen sind in den nationalen Registern und beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) möglich. Für die Einschätzung möglicher Konflikte empfiehlt sich eine Fachperson für Markenrecht. Planen Sie Zeit für die Lieferzeiten der Verpackung ein, besonders bei individuellen Behältern, sowie für die Sicherheitsbewertung neuer oder angepasster Rezepturen.

Stand: Oktober 2026Diese Seite bietet allgemeine Informationen zu Kosmetik und Handelspraxis. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Private-Label-Projekt?

Das hängt vor allem davon ab, ob eine bestehende Rezeptur genutzt wird und wie schnell die Verpackung verfügbar ist. Neue oder geänderte Rezepturen brauchen zusätzliche Zeit für Stabilitätsprüfung und Sicherheitsbewertung.

Gibt es Mindestmengen bei Private Label?

In der Regel ja. Sie hängen von Produktart, Verpackung und Hersteller ab. Standardverpackungen und bestehende Rezepturen ermöglichen meist geringere Startmengen.

Kann ich die Rezeptur später ändern?

Ja, eine geänderte Rezeptur braucht jedoch in der Regel eine aktualisierte Sicherheitsbewertung und eine aktualisierte CPNP-Meldung.

Was ist der Unterschied zwischen Private Label und White Label?

Bei White Label wird ein bestehendes Produkt unverändert unter Ihrer Marke verkauft. Bei Private Label werden Rezeptur, Duft oder Verpackung oft an Ihre Marke angepasst. In der Praxis werden beide Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet.

Brauche ich für Private Label einen eigenen CPNP-Zugang?

Wenn Ihr Unternehmen die verantwortliche Person ist, ja – der Zugang zum CPNP läuft über EU Login. Übernimmt eine andere Stelle diese Rolle, kümmert sie sich um die Notifizierung. Die Schritte erklärt unser Ratgeber zur EU-Kosmetikverordnung.

Darf ich „natürlich“ auf meine Private-Label-Verpackung schreiben?

Werbeaussagen müssen wahr und belegbar sein. ISO 16128 bietet eine Methode, den Anteil natürlichen Ursprungs zu berechnen, ist aber kein Siegel. Mehr im Ratgeber zu Naturkosmetik.

Wem gehört das Etikett-Design bei Private Label?

In der Regel dem, der das Design erstellt oder die Rechte daran erworben hat. Gestaltet eine Agentur es für Sie, lassen Sie sich die Nutzungsrechte schriftlich übertragen.

Kann ich meine Private-Label-Kosmetik außerhalb der EU verkaufen?

Grundsätzlich ja, aber jeder Markt hat eigene Regeln. In Großbritannien etwa braucht es eine verantwortliche Person im Vereinigten Königreich und eine Meldung im SCPN-Portal. Wir prüfen die Anforderungen je Zielland; mehr unter Private Label.

Welche Länder außerhalb der EU haben eine eigene Kosmetik-Meldung?

Unter anderem Großbritannien (SCPN), die USA (Produktlistung nach MoCRA) und Kanada (Cosmetic Notification Form). Details im Export-Ratgeber.

Was sollte ich einen Private-Label-Hersteller vor Vertragsschluss fragen?

Wer erstellt Sicherheitsbericht und Produktinformationsdatei, wer meldet im CPNP, wem gehört die Rezeptur, wie werden Chargen rückverfolgt und wie berechnen sich die Mindestmengen?

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