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Journal · Hautpflege · 6 Min. Lesezeit

Gesichtspflege mit Naturkosmetik: welche Schritte, in welcher Reihenfolge?

Eine gute Pflegeroutine braucht keine zehn Produkte. Was morgens und abends dazugehört, in welcher Reihenfolge Sie auftragen und worauf Sie bei neuen Produkten achten sollten.

Kurz gesagt

Eine Basisroutine hat drei Schritte: reinigen, pflegen und morgens mit einem eigenen Produkt vor der Sonne schützen.

Aufgetragen wird von dünn nach reichhaltig: zuerst wässrige Texturen, zuletzt Cremes und Öle.

Jedes neue Produkt zuerst an einer kleinen Hautstelle testen und auf das PAO-Symbol auf der Verpackung achten.

Wie sieht eine Pflegeroutine mit Naturkosmetik aus?

Eine Naturkosmetik-Pflegeroutine folgt derselben Logik wie jede andere: reinigen, pflegen und tagsüber schützen. Der Unterschied liegt in den gewählten Rezepturen, die meist Pflanzenöle, Extrakte und Blütenwässer als wichtige Bestandteile enthalten.

Den meisten Menschen genügen wenige Produkte: eine Reinigung, eine Gesichtscreme, eine Körperlotion und ein Shampoo. Mehr Schritte sind nicht automatisch besser; jedes zusätzliche Produkt ist eine weitere Rezeptur, an die sich die Haut gewöhnen muss.

„Naturkosmetik“ ist im EU-Kosmetikrecht kein gesetzlich definierter Begriff. Was ein Produkt tatsächlich enthält, zeigt die Liste der Inhaltsstoffe; unser Ratgeber zur INCI-Liste erklärt, wie Sie sie lesen. Typisch mediterrane Inhaltsstoffe wie Olivenöl, Mandelöl oder Aloe vera finden sich häufig in pflegenden Rezepturen.

In welcher Reihenfolge trägt man Pflegeprodukte auf?

Die Faustregel lautet: von dünn nach reichhaltig. Zuerst kommen wässrige Produkte wie Gesichtswasser oder Blütenwasser, dann Seren, danach die Creme und zuletzt Öle.

Leichte Texturen kommen zuerst auf die gereinigte Haut, reichhaltigere darüber. Lassen Sie zwischen den Schritten einen Moment Zeit, damit jedes Produkt einziehen kann.

  • 1. Reinigung
  • 2. Gesichtswasser oder Blütenwasser (optional)
  • 3. Serum (optional)
  • 4. Augencreme (optional)
  • 5. Gesichtscreme
  • 6. Gesichtsöl (optional, abends)
  • 7. Sonnenschutz (morgens, als letzter Schritt)

Steht in der Gebrauchsanweisung eines Produkts etwas anderes, gilt das Etikett: Der Hersteller kennt seine Rezeptur am besten.

Was gehört zur Pflegeroutine am Morgen?

Morgens genügt vielen Menschen eine sanfte Reinigung oder einfach lauwarmes Wasser, danach eine Gesichtscreme. An Tagen im Freien folgt als letzter Schritt ein Sonnenschutzmittel mit angegebenem Lichtschutzfaktor.

Morgens empfinden viele leichtere Texturen als angenehmer, besonders unter Make-up. Eine Tagescreme hilft, die Haut über den Tag geschmeidig zu halten.

Ein Hinweis zum Sonnenschutz: Eine Gesichtscreme mit natürlichen Inhaltsstoffen ist kein Sonnenschutzmittel. Dafür braucht es ein eigenes Produkt, das auf seinen Schutz geprüft ist und den Lichtschutzfaktor (LSF) auf dem Etikett angibt. Das Sortiment von Seda Pura enthält keinen Sonnenschutz; bitte wählen Sie für diesen Schritt ein eigenes Produkt.

Was gehört zur Pflegeroutine am Abend?

Abends steht eine gründliche, aber sanfte Reinigung im Vordergrund, die Make-up, Sonnenschutz und die Rückstände des Tages entfernt. Danach pflegt eine Creme, gern etwas reichhaltiger als am Morgen, die Haut über Nacht.

Wer Make-up oder wasserfesten Sonnenschutz trägt, reinigt oft in zwei Schritten: zuerst mit einem Reinigungsöl oder Balsam, danach mit einer Reinigung auf Wasserbasis. Tupfen Sie die Haut anschließend trocken, statt zu reiben.

Danach kann eine reichhaltigere Gesichtscreme oder ein paar Tropfen Gesichtsöl folgen. Der Abend eignet sich auch für Hände, Füße und Ellenbogen, die vor dem Schlafen gern etwas mehr Creme bekommen.

Wie passt man die Pflegeroutine an den Hauttyp an?

Trockene Haut mag meist reichhaltigere Texturen, fettige Haut leichtere, empfindliche Haut möglichst wenige Produkte mit kurzen Inhaltsstofflisten. Mischhaut kann je nach Zone unterschiedliche Produkte vertragen.

HauttypTypisches GefühlWas viele bevorzugen
Trockenspannt, fühlt sich rau anreichhaltigere Cremes, abends Öl
Fettigglänzt, vor allem in der T-Zoneleichte Lotionen oder Gele
Mischhautfettige T-Zone, trockenere Wangeninsgesamt leichte Textur, reichhaltigere Pflege, wo nötig
Empfindlichreagiert schnell auf Neueswenige Produkte, einzeln eingeführt

Die Haut verändert sich mit den Jahreszeiten; im Winter und Sommer kann die Routine deshalb Anpassungen brauchen. Bei anhaltender Rötung, Juckreiz oder Hauterkrankungen fragen Sie bitte einen Hautarzt; dieser Ratgeber ersetzt keinen ärztlichen Rat.

Wie pflegt man Körper und Haare natürlich?

Für den Körper ist die klassische Routine ein Duschgel oder eine Seife, danach eine Körperlotion auf die noch leicht feuchte Haut. Für die Haare ist ein Shampoo, das zu Haar und Kopfhaut passt, die Grundlage; eine Spülung ist optional.

Lauwarmes Wasser empfinden die meisten als angenehmer für die Haut als sehr heißes, und kurze Duschen reichen in der Regel. Eine Körperlotion lässt sich nach dem Duschen leicht verteilen und hilft, die Haut geschmeidig zu halten.

Feste Seife ist eine traditionelle Alternative zum Duschgel; wie sie entsteht, erklärt unser Ratgeber zur Olivenölseife. Für die Haare nehmen Sie ein dafür gemachtes Shampoo: Kopfhaut waschen, gründlich ausspülen und eine Spülung nur in die Längen geben.

Wie testet man ein neues Produkt, und wie lange ist es haltbar?

Bevor Sie ein neues Produkt im Gesicht verwenden, tragen Sie etwas davon in der Armbeuge oder hinter dem Ohr auf und beobachten die Stelle 24 bis 48 Stunden lang. Wie lange ein Produkt nach dem Öffnen verwendbar ist, zeigt das PAO-Symbol: ein geöffneter Tiegel mit einer Zahl wie „12M“.

Treten Rötung, Juckreiz oder Brennen auf, verwenden Sie das Produkt nicht und spülen die Stelle mit Wasser ab. Ein solcher Test schließt nicht jede Reaktion aus, ist aber eine sinnvolle erste Prüfung. Führen Sie neue Produkte einzeln ein, damit Sie erkennen, worauf die Haut reagiert.

Nach der EU-Kosmetikverordnung tragen Produkte mit einer Mindesthaltbarkeit von mehr als 30 Monaten das PAO-Symbol; Produkte, die 30 Monate oder kürzer haltbar sind, müssen ein Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis“) angeben. Quelle: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Artikel 19.

Stand: Oktober 2026Diese Seite bietet allgemeine Informationen zu Kosmetik und Handelspraxis. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Produkte braucht eine einfache Pflegeroutine?

Vielen genügen drei bis vier: eine Reinigung, eine Gesichtscreme, eine Körperlotion und morgens ein separater Sonnenschutz. Weitere Produkte können Sie ergänzen, wenn Sie etwas vermissen.

Brauche ich ein Gesichtswasser?

Nein, ein Gesichtswasser ist optional. Manche verwenden nach der Reinigung gern ein Blütenwasser wie Orangenblütenwasser, weil es sich erfrischend anfühlt; die Routine funktioniert aber auch ohne.

Trägt man Körperlotion auf feuchte oder trockene Haut auf?

Viele tragen Körperlotion nach dem Duschen auf die leicht feuchte Haut auf, weil sie sich so besser verteilen lässt. Tupfen Sie sich vorher kurz mit dem Handtuch ab.

Ersetzt eine natürliche Gesichtscreme den Sonnenschutz?

Nein. Für Sonnenschutz braucht es ein darauf geprüftes Produkt mit angegebenem Lichtschutzfaktor. Eine Creme ohne angegebenen LSF bietet diesen Schutz nicht.

Wie lange sollte ich ein neues Produkt ausprobieren?

Geben Sie einem Produkt einige Wochen regelmäßiger Anwendung, um zu beurteilen, wie es sich anfühlt. Treten Reizungen auf, setzen Sie es sofort ab, statt abzuwarten.

Kann ich morgens und abends dieselbe Creme verwenden?

Ja, das ist problemlos möglich. Manche bevorzugen tagsüber eine leichtere und abends eine reichhaltigere Textur, ein Muss ist das aber nicht.

Darf ich Produkte verschiedener Marken kombinieren?

Ja. Entscheidend ist, dass jedes einzelne Produkt zu Ihrer Haut passt. Sind Sie bei Inhaltsstoffen unsicher, vergleichen Sie die INCI-Listen der Produkte.

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